World Racing 2

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World Racing 2 Dass gute Rennspiele nicht zwangsläufig aus Übersee kommen, hat das Gütersloher Synetic-Team in den vergangenen Jahren mit N.I.C.E., N.I.C.E. 2 oder World Racing eindrucksvoll demonstriert. Letztgenanntes ließ den Traum eines jeden Autonarren wahr werden: Einmal mit der gesamtem Produktpalette von Mercedes-Benz durch die Weltgeschichte heizen. Doch ärgerlicherweise kam der Spielspaß-Motor aufgrund der mitunter ganz schön schnarchigen Gegner-Intelligenz und dem nicht optimal ausbalancierten Simulations- und Arcade-Modus ein ums andere Mal ins Stottern.

Beeindruckender Fuhrpark

Besser machen soll das World Racing 2, das sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht mehr auf eine einzige Automarke beschränkt. Neben ausgewählten Rennern von Mercedes-Benz (darunter 300 SL Flügeltürer, SLK 55 AMG), Volkswagen (unter anderem Race Touareg, Golf I GTI) oder Alfa Romeo (etwa 147 GTA, GTV) sind auch weniger bekannte Modelle am Start.

Darunter solch sündhaft teure Rennsport-Exoten wie der Gumpert Apollo, Irmscher Seven, Pagani Zonda oder Westfields Megabusa. Insgesamt erwarten Sie knapp 90 lizenzierte Autos von 17 Herstellern. Zu Spielbeginn sind allerdings nur einige wenige davon verfügbar. Den Rest müssen Sie sich genau wie diverse Rennstrecken oder optische Tuning-Accessoires mit Speedbucks, der neuen Währung in World Racing 2, kaufen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Spielen, die ausschließlich entsprechende Platzierungen mit Preisgeldern belohnen, honoriert World Racing 2 auch unfallfreies oder besonders faires Fahren und gelungene Drifts. So kann es vorkommen, dass der Zweitplatzierte aufgrund zahlreicher Karambolagen und Abkürzungen weniger Punkte als der Viertschnellste einheimst, der ohne Drängler und damit unfallfrei ins Ziel rollte.

Simulation oder Arcade?

Dieser Zonda Roadster von Pagani hat beim Hockenheim-Rennen bereits einige Kratzer abbekommen. Dieser Zonda Roadster von Pagani hat beim Hockenheim-Rennen bereits einige Kratzer abbekommen. World Racing 2 bietet wie sein Vorgänger einen Arcade- und Simulationsmodus sowie neuerdings drei klar definierte Mischungen aus beiden - anstelle des verwirrend-stufenlosen Reglers des ersten Teils. Die gewählte Einstellung will wohl überlegt sein und wirkt sich merklich auf das Fahrverhalten der Boliden aus. Während bei Arcade-Rennen der Spaß Vorfahrt hat und diverse Fahrhilfen sowie ein gutmütiges Schadensmodell zur unkomplizierten PS-Hatz auch für Neulinge einladen, sieht es beim Simulationsmodus völlig anders aus.

Lassen sich Kleinwagen wie der VW Golf oder Skoda Octavia mit Ach und Krach auf der Straße halten, brechen PS-Protze vom Schlage eines Rinspeed Bedouin oder Mercedes CLS 55 bereits beim unvorsichtigen Gas geben oder Gangwechsel aus. Ganz zu schweigen von hektischeren Lenkbewegungen oder zu starken Bremsversuchen. Auch das generalüberholte Schadensmodell mit schrecklich schönen Beulen, Kratzern oder davonflatternden Karosserieteilen ist hier realistisch empfindlich und verzeiht keinen Fehler.

Was Neulinge und Gelegenheitsfahrer unendlich frustriert, mausert sich für erfahrenere PC-Piloten so zur echten Herausforderung. Deutlich besser agieren auch die Computergegner, die endlich nicht mehr wie Perlen an der Kette über die Kurse tuckern, sondern erfreulich offensiv agieren und einen auch mal von der Straße rammen. Allerdings offenbarte die KI in unserer Testversion noch einige skurrile Schwächen. So crashten bei manchen Kursen die PC-Fahrer gelegentlich an der gleichen Stelle oder begingen auch im höchsten Schwierigkeitsgrad haarsträubend-unnötige Fahrfehler. Auch wirkten manche Unfälle mit dem neuen Gegenverkehr geskripted.

Rasante Optik

Mit den verflixt schnellen Rinspeed Bedouin jagen wir am ziemlich rutschigen Strand von Hawaii entlang. Mit den verflixt schnellen Rinspeed Bedouin jagen wir am ziemlich rutschigen Strand von Hawaii entlang. Nichts zu meckern gibt es bei der herrlichen Optik. Die vier Szenarien (Ägypten, Hawaii, Miami, Italien) wurden mit verdammt viel Detailliebe zum Leben erweckt und sind wie die 161 Strecken (als Original-Parcours ist der Hockenheimring dabei) extrem abwechslungsreich. Witzig: Alle Kurse können mit einem Offroader wie dem Golf I "Big Bertha" auch querfeldein befahren werden. Das detaillierte 3D-Modell der Fahrzeuge ist allererste Sahne, kommt aber nicht an das von GT Legends heran.

Es gibt auch noch immer keine Cockpit-Perspektive. Nicht eben schön sind zudem die aus Need for Speed Underground gemopsten und wild blinkenden Richtungspfeile, die ganz und gar nicht zum edlen Look des Spiels passen. Diesen Lapsus macht die erstklassige Soundausgabe jedoch wieder wett. Der brummige Motorensound eines jeden Fahrzeugs klingt bombastisch und auch die Umgebungsgeräusche - ob muhende Kühe oder knatternde Hubschrauber - sind klasse.

Das könnte man vom Soundtrack eigentlich auch behaupten, würden nicht die orientalischen Klänge des Ägypten-Szenarios auch in den Alpen-Levels erklingen. Neben dem umfangreichen Karrieremodus und der beliebten "Freien Fahrt" aus World Racing gibt es Splitscreen-Duelle und einen Mehrspielermodus für bis zu sechs PC-Fahrer. Da dieser in der uns vorliegenden Testversion noch nicht vollends ins Spiel integriert war, reichen wir die Bewertung nach einem Test der Verkaufsversion nach.

Bildergalerie

Wertung zu World Racing 2 (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Zahlreiche OriginalfahrzeugeAuthentisches StreckendesignGlaubwürdiges FahrmodellOrdentliche Steuerung
Kleinere KI-Mängel

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