A Plague Tale Requiem im Test: Tolle Fortsetzung, der es an Feinschliff fehlt
Am 18. Oktober 2022 erscheint mit A Plague Tale: Requiem endlich der Nachfolger des 2019er Überraschungshits A Plague Tale: Innocence. Wir haben uns also erneut ins Fantasy-Mittelalter von Amicia und Hugo begeben und uns dort an etlichen Wachen und Ratten vorbeigeschlichen, um euch in diesem Test verraten zu können. ob die Fortsetzung qualitativ an den Erstling heranreicht.
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Gut gefallen hat uns hingegen, dass sich unser Vorgehen im Spiel auf die Weiterentwicklung von Amicia auswirkt. Sowohl für heimliches Vorgehen, den cleveren Einsatz von Hilfsmitteln als auch für offensive Manöver gibt es jeweils vier erreichbare Stufen. Schleichen wir viel, werden wir irgendwann mit einem Stufenaufstieg belohnt, durch den wir uns geduckt schneller bewegen. Gehen wir offensiver vor, rappelt sich Amicia nach Niederschlägen schneller wieder auf. So hat man tatsächlich das Gefühl, mit seiner persönlichen Spielweise am Abenteuer zu wachsen.
Allerdings führt das, genau wie die hinzukommenden Waffen und Rezepte, auch dazu, dass man immer mächtiger wird. Dadurch ist Requiem am Anfang viel fordernder als in den letzten Kapiteln. Das ist seltsames Balancing. Und das sind das nicht die einzigen Aufrüstungen für Amicia. Wie im Vorgänger dürfen wir mit Materialien Schleuder und Armbrust verbessern oder unsere Taschen vergrößern, sodass wir mehr alchemistische Materialien mitführen können, um Ignifer, Extinguis und Co. zu craften.
Quelle: PC Games
Das Spiel gibt uns immer neue Fähigkeiten und Hilfsmittel an die Hand, einige davon sind aber nur für einen kurzen Teil des Spieles relevant.
Erfüllte Erwartungen?
A Plague Tale: Requiem ist ein gutes Spiel, das nach einiger Zeit richtig spannend wird, eine interessante Mittelalter-Fantasy-Story erzählt, dessen Charaktere uns ans Herz wachsen und das mit toll gestalteten Levels sowie emotionalen Momenten und coolen Rätseln überzeugt. Zusätzlich bietet uns der Titel mehr Möglichkeiten als der Vorgänger und ist somit eine konsequente Weiterentwicklung. Dennoch sehen wir Teil 1 tatsächlich vor Requiem, denn Innocence war allgemein ein runderes Spielerlebnis.
Im neuen Plague Tale ist das Balancing nicht ganz gelungen. Zudem kommt die Story erst nicht aus dem Quark und fokussiert sich zu sehr auf Konfrontationen mit Soldaten und die seltsame Nebenhandlung um Amicias Gewaltausbrüche, die später glücklicherweise fallengelassen wird. Zudem merkt man an vielen Ecken, dass Feinschliff fehlt und der Release etwas zu früh kam. Die angesprochenen Bugs bei Hotspots, Grafik und vor allem bei der KI waren teilweise echte Atmosphäre-Killer. Wir hoffen deshalb, dass Asobo Studio zügig Patches liefert. Trotz seiner Mängel ist A Plague Tale: Requiem aber ein packendes Abenteuer, das Fans des Vorgängers nicht verpassen sollten.
Meinung
A Plague Tale: Requiem erscheint am 18. Oktober 2022 für PC, PS5 und Xbox Series. Für Xbox Und PC ist der Nachfolger von A PLague Tale: Innocence direkt ab Release Teil des Microsoft Game Pass. Für den Test stellte uns Publisher Focus Home Interactive die PS5-Fassung des Action-Adventures von Asobo Studio zur Verfügung.

Requiem sieht toll aus und das Szenario ist interessant. Das waren die Stärken. Alles andere ist mal besserer, mal schlechterer Durchschnitt. Die Story macht neugierig, zündet aber nie so richtig. Die Charaktere sind nicht uninteressant, nerven aber am Ende teils, teilweise wirken sie nicht glaubwürdig. Glaubwürdigkeit ist überhaupt das größte Problem des Spiels, andauernd bricht die Immersion durch bescheuerte Schnitte / Storyschwenker. Das Gameplay ist zu vorhersehbar und eindimensional, aber nicht grundsätzlich schlecht - sieht man mal von den größeren Kämpfen ab. Es gibt ein paar kleine Episoden, die ich schon fast billig fand. Stichwort Bootstour, mir würden noch mehr einfallen. Sound- und Musik ist gut, oder wären es, wenn der Umfang größer wäre - leider bedient sich das Spiel aber der immer gleichen drei Musikstücke (bzw. des immer gleichen einen in drei Variationen) und dem immer gleichen "Achtung, hier wirds gleich gruselig weil Ratten!"-Sound. Schade.
Am Ende bin ich leicht enttäuscht. Ich hab mich schon okay unterhalten gefühlt - vor allem, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Zusammengenommen leistet sich das Spiel aber viele Schwächen, die in der Summe doch stören und das Gefühl geben, das alles so viel besser hätten sein können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das Spiel jemals ein zweites Mal spielen werde; das liegt nicht am Genre, es liegt daran, dass ich nur eingeschränkt Spaß hatte. Plague Tale will ein The Last of Us in alternativen Setting sein, kann aber nur in der Kategorie Edelgrafik wirklich überzeugen.
Mich stören Untertitel, deshalb spiele ich entweder in Englisch oder, wenn auch nur vereinzelt, in Deutsch.
Trotzdem danke für die Erklärung^^
Mich stören Untertitel, deshalb spiele ich entweder in Englisch oder, wenn auch nur vereinzelt, in Deutsch.
Der Soundtrack ist sehr stimmig, die Schauplätze variantenreich und sehr schön gestaltet, die Charaktere sind gut geschrieben und prägnant.
Aber auch spielerisch bietet es eine gute Ballance aus teils sehr forernden Stealth-Passagen und durchdachten Rätseln mit Boni für Wagemutige und kommt im Allgemeinen viel offener in Sachen Herangehensweise daher.
Wer als Spieler gerne schleicht und die Gegner an der Nase rumführt wird genauso glücklich wie der, bei dem die Schleuder sehr locker sitzt, gerne Gegner in Brand setzt oder die Ratten auf sie hetzt.
Die "Spaziergänge" zwischendurch lockern die Atmosphäre gut auf und entschleunigen, lassen den Charakteren die Möglichkeit, sich entspannter zu präsentieren und die Actionsequenzen sind mMn eine nette Dreingabe, mal mit mehr, mal mit weniger Anspruch an den Spieler, aber sich nie wiederholend, ok, bis auf die Fluchtsequenzen.
Leider gab es zu Beginn den einen oder anderen kleinen Bug, KI-Fehler und auch mal nen Hänger, aber das hielt sich schon sehr in Grenzen, ab Kapitel 5 war davon nichts mehr zu sehen.
Ich kann das Spiel jedem ans Herz legen, der gerne in eine mittelalterliche Fantasy-Welt abtaucht.
Von der Präsentation/Optik kann man sich kein TLoU2 erwarten, da es halt schlicht ein Indie-Titel ist, das mekt man halt im Motion-Capturing, in den Wasser-Effekten und beim Facetracking. Alles ist aber trotzdem sehr anständig, teils sogar atemberaubend gemacht und man kann hoffen, dass die Entwickler durch einen Erfolg die hauseigene Engine noch mehr auf Fordermann bringen können.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die englische Synchro von Lucas, die etwas zu maskulin für sein zartes Alter ist.