Elex 2 im Test - mäßiges Kampfsystem, tolle Charakterentwicklung - und die Technik ...

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Test Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Elex 2 im Test - mäßiges Kampfsystem, tolle Charakterentwicklung - und die Technik ...
Quelle: THQ Nordic

Elex 2 ist das Spiel, das man von den Gothic-Machern erwartet. Das ist einerseits großartig, andererseits tappt man in all die Fehler der Vergangenheit.

Viele Kloppereien zum Ende hin wären ja zumindest nicht ganz so schlimm, wenn das Kampfsystem motivieren würde. Leider ist das ebenfalls eine Schlacht, die Piranha Bytes seit Jahren vergeblich schlägt. Seit Gothic 1 sind die Schlägereien mit Monstern und Menschen meist einer der Schwachpunkte der deutschen Rollenspielschmiede. Ein kritischer Punkt, denn schließlich ist man neben den zahlreichen Dialogen die meiste Zeit dabei, dem Viehzeug die Kauleiste neu zu montieren.

Kenner von Elex 1 können zumindest aufatmen, denn der kombobasierte Kampf von damals weicht einem freieren System. Das erinnert stark an Souls-likes. Ihr unterscheidet zwischen schnellen und schweren Angriffen, Blocken, Treten und einer Ausweichrolle. Alle Bewegungen verbrauchen Ausdauer. Die Gegner besitzen ebenfalls einen Staminabalken und ist der weg, gehen sie kurz zu Boden. Mittels Jetpack könnt ihr außerdem kurz abheben, um euch Luft zu verschaffen, doch warten im Himmel auch fliegende Feinde und Bodengegner können durchaus mit Projektilen schießen.

Kampf oder Krampf?

Das hört sich abwechslungsreich an, doch kann man die meisten Gegner einfach so lange mit kurzen Schlägen eindecken, bis sie zu Boden gehen. Anschließend setzt man einen schweren Schlag und die Routine beginnt von vorn. Zwischendurch weicht man zurück, um die Ausdauer zu füllen oder einen Heiltrank einzuwerfen.

Zwar gibt es Gegner, deren Staminaleiste sich nicht zusammenschlagen lässt, doch da haut man eben nur mit kurzen Angriffen drauf, bis sie umfallen. Höchstens menschliche Kontrahenten erfordern etwas mehr Taktik, da sie auf das gesamte Waffenarsenal zurückgreifen können, doch wirklich herausfordernd werden Kämpfe nur, weil die Gegner enorm viel Schaden austeilen.

Das Kampfsystem setzt auf ein Ausdauersystem, bei dem jede Bewegung Stamina kostet.  Quelle: PC Games Das Kampfsystem setzt auf ein Ausdauersystem, bei dem jede Bewegung Stamina kostet.  Außerdem ist die KI nicht besonders helle. Gegner ohne Fernkampfangriff haben beispielsweise Totalaussetzer, wenn man mit dem Jetpack abhebt. Dann rennen sie einfach weg.

Das Arsenal ist dafür angenehm groß. Es gibt schnelle Einhandwaffen mit Schilden und schwerfällige Zweihandprügler, Fernkampfwaffen wie Bogen, Armbrust und Laserknarre, große Schießprügel wie Granatwerfer und natürlich Magie.

Das Design der Gegner ist ebenfalls gut gelungen. Gerade die lila Aliens sehen schön abgefahren aus, aber auch die einheimischen Monster sind toll designt und haben uns das ein oder andere Mal zurückweichen lassen. Wer sich nämlich an zu starke Viecher wagt, wird unangespitzt in den Boden gestampft.

An den Aufgaben wachsen

Der Skilltree ist umfangreich und teilweise fraktionsexklusiv. Überlegt euch also gut, wie ihr spielen wollt.  Quelle: PC Games Der Skilltree ist umfangreich und teilweise fraktionsexklusiv. Überlegt euch also gut, wie ihr spielen wollt.  Was uns zu einem weiteren Highlight bringt: dem Progressionssystem. Wie zu Anfang kurz erwähnt, müssen wir uns auch in Elex 2 zur Kampfmaschine hocharbeiten. Hier glänzt Piranha Bytes mit einem über die Jahre bewährten System. Mit jedem Levelaufstieg erhalten wir Lern- und Attributspunkte.

Letztere werden frei verteilt bezüglich Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz und Gerissenheit. Sehr cool ist, dass sich Charaktereigenschaften wieder direkt auswirken. Skillen wir alles auf Geschicklichkeit, steigt dadurch unser Fernkampfschaden. Mit den Lernpunkten laufen wir zu Lehrern, die uns ihre Fähigkeiten beibringen. Die Skilltrees sind zahlreich und manche sogar fraktionsexklusiv, wirken sich aber auch spürbar aus.

Attribute haben endlich wieder direkte Auswirkungen. Quelle: PC Games Attribute haben endlich wieder direkte Auswirkungen. Lernen wir, besser mit dem Schwert umzugehen, hauen wir anschließend auch mit spürbar mehr Bumms zu. Das motiviert und gibt ein tolles Fortschrittsgefühl. Unterstrichen wird das vom umfangreichen Craftingsystem. Haben wir die entsprechenden Skills gelernt, können wir Tränke brauen, Essen kochen, unserer Ausrüstung Buffs verpassen oder uns Waffen zusammenschrauben.

Letzteres ist sogar essentiell, denn von besiegten Gegnern erbeuten wir meist nur beschädigte Prügel. Finden wir mehrere davon, klöppeln wir uns in einem zweistufigen System verbesserte Versionen daraus.

Tote Gesichter und schlechte Performance

Zusammengehalten wird all das vom letzten großen Elefanten im Raum: der Technik. Zwar zaubert Elex 2 durchaus schöne Landschaften und atmosphärische Lichtstimmungen auf den Bildschirm, doch spätestens beim Anblick der Charaktere fühlt man sich ins letzte Jahrzehnt zurückversetzt. NPCs, aber auch Monster, bewegen sich steif und ungelenk, Gegenstände clippen ständig durch Körperteile und die Gesichter kommen direkt aus der Uncanny-Valley-Hölle.

Gerade weil Piranha Bytes seine Geschichte dichter erzählen will und immer wieder kleine Zwischensequenzen einbaut, fällt die altbackene Grafik umso mehr auf. Da möchte man in einer Rückblende zeigen, wie glücklich man mit dem eigenen Sohn spielt, doch machen die toten Fratzen jegliche emotionale Bindung zunichte.

Elex 2 Charaktermodelle Quelle: PC Games Diese Zwischensequenz soll Freude rüberbringen. Bei den toten Augen der Kinder wird bei uns aber nur Angst und das Verlangen ausgelöst, das Licht auszuschalten.  Natürlich kann ein Entwicklerteam mit 30 Personen keinen Grafik-Koloss Horizon Forbidden West programmieren, doch muss man hier dringend nachbessern oder eine andere Art der Inszenierung wählen, die nicht mit einem großen roten Pfeil auf das schwache Technikgerüst zeigt.

Dazu gesellt sich eine schlechte Optimierung. Auf unserem Testrechner mit Nvidia RTX 3080 und Intel i7 12700K schwankte die Framerate in 4K fröhlich zwischen 30 und 60 Frames. In stressigen Situationen fiel sie sogar darunter und das Spiel ruckelte deutlich. Vor allem beim Fliegen sieht man außerdem die Welt unschön aufploppen.

Die Konsolenversionen haben mit extrem langsam nachladenden Schatten zu kämpfen. Ein ziemlicher Stimmungskiller.  Quelle: PC Games Die Konsolenversionen haben mit extrem langsam nachladenden Schatten zu kämpfen. Ein ziemlicher Stimmungskiller.  Noch schlimmer sieht es auf den Konsolen aus. Auf der aktuellen Gen von PS5 und Xbox Series wurde die Sichtweite etwas reduziert und vor allem Schatten brauchen teilweise mehrere Sekunden zum Nachladen. Dadurch gibt es vor allem in Bereichen mit viel Fackelschein ständige Pop-ins, die deutlich die Atmosphäre zerstören.

Das Schlusslicht bilden Xbox One & PS4. Die laufen mit 30 FPS, aber können dieses Niveau nie durchgängig halten. Bei schnellen Drehungen oder beim längeren Fliegen kommt immer wieder zu Rucklern, was den Spielspaß noch mehr trübt. Fernab der rumpeligen Technik ist das Spiel aber größtenteils bugfrei.

Unser Abschlussfazit zu Elex 2 findet ihr unter dem Meinungskasten und Wertung.

Meinung

Wertung zu Elex 2 (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Elex 2 (PS4)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Elex 2 (PS5)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Elex 2 (XBO)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Elex 2 (XSX)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Atmosphärische SpielweltBelohnende Erkundung mit dem ...... Jetpack!Motivierendes CharaktersystemKreatives MonsterdesignAbwechslungsreiche WaffenIneinander verzahnte Fraktionen
Schwache StoryUninspirierte Spielzeitstreckung gegen EndeNervige KameraHöchstens zweckmäßiges KampfsystemVeraltetes Technikgerüst, das der Inszenierung im Weg stehtSchlechte Optimierung auf PC ...... Schatten-Pop-ins auf Xbox Series und PS5 ...... und nervige Ruckler auf Xbox One und PS4

Fazit

Am Ende kann man Elex 2 mit einem Satz zusammenfassen: das prototypische Spiel von Piranha Bytes. Es hat all die Stärken, die man von den Rollenspielen der Essener kennt und es setzt sie stellenweise sehr gut um. Gleichzeitig macht man aber auch wieder all die Fehler, die man bereits seit Jahren macht. Wer also mal wieder richtig Bock auf das deftige Ruhrpottschnitzel hat, wird seinen Spaß haben. Wer sich allerdings erhofft, dass man die Rezeptur endlich mal verbessert hat, wird derbe enttäuscht.

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  1. Seite 1 Elex 2 im Test - Einleitung und Story
  2. Seite 2 Elex 2 im Test - von großer Atmosphäre zur Enttäuschung
  3. Seite 3 Elex 2 im Test - mäßiges Kampfsystem, tolle Charakterentwicklung - und die Technik ...

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MikeHamster NPC
        Hat zwar lange keiner mehr geschrieben, aber egal.
        Ich hatte das Spiel ziemlich zeitgleich mit Elden Ring gekauft und auch beide angefangen zu spielen, bin dann aber in Elden Ring regelrecht versumpft. Elex 2 ist dann mehr oder weniger bei mir in Vergessenheit geraten.
        Ich hab es jetzt wieder ausgepackt und musste mich zugegebenermaßen etwas zwingen, es zu spielen, weil damals der Funke nicht so richtig überspringen wollte.
        Allerdings jetzt nach bereits über 50 Stunden bin ich größtenteils begeistert!

        Hatte das erste Elex nicht gespielt, daher kann ich nicht vergleichen. Aber verglichen mit Elden Ring finde ich das Spiel, gerade was die NPCs und die Nebenmissionen angeht, und die vielen Möglichkeiten, es unterschiedlich zu spielen, schon phänomenal.
        Klar, die Grafik ist jetzt nicht gerade so, dass ich aus vor Freude Luftsprünge machen könnte, und die Kämpfe sind auch gewöhnungsbedürftig, aber ich hab mich inzwischen dran gewöhnt.
        Wenn man nicht stur durchs Spiel rennt und sich wirklich Gedanken macht, welche NPCs man mitnimmt, was es für Auswirkungen hat, wie sie reagieren, wenn man bestimmte Dinge tut usw., das alles hab ich in Elden Ring z.B. nicht.
        Auch die ständige Angst, irgendwas falsch zu machen, oder erwischt zu werden, und die ganzen Dialoge finde ich inzwischen einfach toll. Man kann nicht nur den eigenen Charakter entwickeln, sondern sogar seine Begleiter.

        Ich würde nach den vielen Stunden, die ich gespielt hab, das Spiel jedem Open World Fan weiterempfehlen!
      • Von MikeHamster NPC
        Hat zwar lange keiner mehr geschrieben, aber egal.
        Ich hatte das Spiel ziemlich zeitgleich mit Elden Ring gekauft und auch beide angefangen zu spielen, bin dann aber in Elden Ring regelrecht versumpft. Elex 2 ist dann mehr oder weniger bei mir in Vergessenheit geraten.
        Ich hab es jetzt wieder ausgepackt und musste mich zugegebenermaßen etwas zwingen, es zu spielen, weil damals der Funke nicht so richtig überspringen wollte.
        Allerdings jetzt nach bereits über 50 Stunden bin ich größtenteils begeistert!

        Hatte das erste Elex nicht gespielt, daher kann ich nicht vergleichen. Aber verglichen mit Elden Ring finde ich das Spiel, gerade was die NPCs und die Nebenmissionen angeht, und die vielen Möglichkeiten, es unterschiedlich zu spielen, schon phänomenal.
        Klar, die Grafik ist jetzt nicht gerade so, dass ich aus vor Freude Luftsprünge machen könnte, und die Kämpfe sind auch gewöhnungsbedürftig, aber ich hab mich inzwischen dran gewöhnt.
        Wenn man nicht stur durchs Spiel rennt und sich wirklich Gedanken macht, welche NPCs man mitnimmt, was es für Auswirkungen hat, wie sie reagieren, wenn man bestimmte Dinge tut usw., das alles hab ich in Elden Ring z.B. nicht.
        Auch die ständige Angst, irgendwas falsch zu machen, oder erwischt zu werden, und die ganzen Dialoge finde ich inzwischen einfach toll. Man kann nicht nur den eigenen Charakter entwickeln, sondern sogar seine Begleiter.

        Ich würde nach den vielen Stunden, die ich gespielt hab, das Spiel jedem Open World Fan weiterempfehlen!
      • Von Carlo Siebenhuener Videoredakteur
        Zitat von LouisLoiselle
        Toller Test. Auch wenn mich das Spiel wenig bis quasi gar nicht interessiert, der Carlo macht einfach gute Videos, und es ist immer eine Freude, ihm zuzuhören. Am Ende musste ich lachen, wenn die NPCs über "Gesichter" reden :-D
        Awwwwww. <3 Danke für das Lob. :)

        Zitat von RoteGarde
        Da kennt noch wer den Li-La Laune Bär.

        Schön !
        Na selbstverständlich. :)

        Zitat von MrFob
        Es macht trotzdem wieder tierisch Spass doch noch auf die naechste Klippe zu klettern oder mit dem Jetpack auf das Dach der Ruine da hinten zu fliegen weil man findet immer was.

        Dieses "Vortasten" funktioniert halt auch jetzt wieder sehr gut und ich find's halt immer noch unfassbar motivierend. Und im Gegensatz zu einem Dark Souls/Elden Ring hab ich halt hier ein freies Speichersystem und keine staendig respawnenden Gegner und muss somit nicht alles 10 mal machen.
        Exakt die zwei Punkte, wo mich der eine begeistert und der andere nervt.

        Das entdecken ist sooooo gut, die Welt ist so gut drauf designt und man sieht immer was interessantes. Das finde ich macht From Software in diesem Fall besser, als PB.

        Die respawnenden Monsten nerven dagegen schon irgendwie. Klar, sie gehören dazu, aber sie nehmen einem eben so ein wenig das Fortschrittsgefühl. Klar, man haut sie später viel einfacher um, aber trotzdem. Damit werde ich nicht warm.
        Dennoch ist Elden Ring für mich als Gothic-Fan nach dem Elex-Test tatsächlich eine schöne Alternative, da es eben auch einige Stärken der PB-Spiele für sich selbst auch auserkoren hat.
      • Von MrFob Nerd
        So, gestern Abend angeschmissen und gleich mal direkt 8 Stunden gespielt. Ja, die Technik ist veraltet, ja, das Kampfsystem ist clunky as hell (auch wenn sie immerhin das "immer nur sidesteppen" Exploit aus Elex 1 entschaerft haben), ja, es fuehlt sich ein bisschen an wie Elex 1.5 ... aber goddammit, mich hat es trotzdem wieder reingezogen.

        Es macht trotzdem wieder tierisch Spass doch noch auf die naechste Klippe zu klettern oder mit dem Jetpack auf das Dach der Ruine da hinten zu fliegen weil man findet immer was (auch wenn's nur ne Rolle Klopapier ist, ein Joke, der im Jahr 2022 uebrigens nochmal besser funktioniert als 2017 in Elex 1 :-D ). Oder man bekommt halt auf die Umme weil da doch eher ein krasses Viech steht.

        Dieses "Vortasten" funktioniert halt auch jetzt wieder sehr gut und ich find's halt immer noch unfassbar motivierend. Und im Gegensatz zu einem Dark Souls/Elden Ring hab ich halt hier ein freies Speichersystem und keine staendig respawnenden Gegner und muss somit nicht alles 10 mal machen.

        Ja mei, Piranha Bytes tritt halt inzwischen schon so lange auf der Stelle, dass sie bereits bis zu den Knien in den Boden eingesunken sind, aber Spass macht mir ihre Formel halt irgendwie trotzdem und Welten bauen koennen sie halt immer noch verdammt gut.
      • Von RoteGarde Spiele-Novize/Novizin
        Da kennt noch wer den Li-La Laune Bär.

        Schön !
      • Von kingston Mitglied
        Ich habe mich auch sehr auf ELEX 2 gefreut. Aber nachdem was ich bis jetzt gelesen und gesehen habe, warte ich auch noch ab bis diverse Patches kommen. Aber so schlecht finde ich die Grafik jetzt auch nicht. Sie ist stimmig und die Welt hat Atmosphäre. Das hat mir bei den PB Spielen immer gefallen, auch wenn sie keine Grafikkracher waren.
        Ein Assassins Creed Origin hab ich nach 20 Stunden wieder aufgehört, weil es nur langweilig war die hundert Fragezeichen abzuarbeiten, obwohl es zu der Zeit Grafisch sehr gut war.
      Direkt zum Diskussionsende
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