Into The Breach im Test: Taktik-Perle der FTL-Macher - Update: Jetzt auch für Switch
Gelingt Subset Games nach FTL: Faster Than Light mit Into the Breach der nächste Indie-Hit? Wir haben die Runden-Taktik mit Rogue-like-Elementen im Test unter die Lupe die genommen. Dabei hat uns besonders die Nachvollziehbarkeit des Spiels gefallen, das dem Spieler stets klar darlegt, was wann warum passiert.
Im Jahre 2012 feierte das Indie-Studio Subset Games einen großen Erfolg mit seinem Rogue-like-Rollenspiel FTL: Faster Than Light. Mit Into the Breach veröffentlicht das Team um Justin Ma und Matthew Davis nun endlich sein nächstes Werk. Auch diesmal stehen Rogue-like-Elemente im Mittelpunkt und werden intelligent mit Rundentaktik verknüpft. Entstanden ist ein taktisches Kleinod, das seine Spieler einerseits enorm herausfordert - es aber auch schafft, immer wieder aufs Neue zu motivieren, es wieder und wieder zu versuchen.
Zeitreisende Mechs
Die Menschheit ist bedroht. Unter der Erdoberfläche wachsen gewaltige Kreaturen heran, die Vek genannt werden und alles Leben auf dem blauen Planeten bedrohen. Um sich dieser Gefahr entgegenzustellen, übernehmt ihr die Kontrolle über mächtige Mechs aus der Zukunft. Diese Tatsache ist auch die Grundlage für den Rogue-like-Aufbau des Spiels. Immer wenn ihr bei einer Mission scheitert, reist einer eurer Mech-Piloten zurück in die Vergangenheit und ihr könnt einen neuen Anlauf unternehmen. Viel mehr Story oder Hintergründe gibt es im Spiel dann aber nicht. Das Gameplay steht klar im Mittelpunkt.
Quelle: PC Games
Auf vier Inseln kämpft ihr gegen die Monster aus der Tiefe, verteidigt Zivilisten und versucht die Ausrottung der Menschheit zu verhindern.
Mit eurem Trupp aus drei verschiedenen Mechs und ihren Piloten ist es zunächst euer Ziel, vier von großen Konzernen kontrollierte Inseln gegen die Angriffe der Biester zu verteidigen, bevor ihr gegen ihr Nest vorgeht. Die Schlachten finden auf überschaubaren, zufallsgenerierten 8x8 Feldern großén Karten statt, auf denen Gebäude, Wälder, Berge und andere Objekte verteilt sind. In erster Linie besteht eure Aufgabe darin, die Gebäude der Zivilisten vor Schaden zu bewahren. Denn jedes zerstörte Haus bedeutet auch Schaden am planetenweiten Energienetz. Sobald dieses auf Null gefallen ist, kommen die Monster in unaufhaltbarer Zahl aus der Tiefe und das Spiel ist verloren.
Erfolgreich aus einer Schlacht hervorzugehen ist kein leichtes Unterfangen, denn der Feind ist euren drei Kampfeinheiten meistens zahlenmäßig überlegen. Außerdem erscheinen regelmäßig neue Gegner, die eure Probleme nur verschärfen. Es geht in diesem Spiel daher auch weniger darum, den Feind komplett zu vernichtet. Stattdessen ist man immer darauf bedacht, die möglichen Schäden so gering wie möglich zu halten und den Gegner durch intelligente Bewegungen und Angriffe von seinen Zerstörungszielen fern zu halten.
Die meisten Angriffe eurer Einheiten verursachen nämlich nicht nur Schaden, sondern verfügen auch über einen sogenannten Push-Effekt. Dieser fällt je nach Mech und Art der Attacke unterschiedlich aus. Unser Combat Mech beispielsweise setzt seine Titan Faust ein, um einen Gegner um ein Feld nach hinten zu schieben. Der Artillerie-Mech feuert dagegen ein Projektil ab, das alle umstehenden Feinde jeweils um ein Feld verschiebt.
Maximale Transparenz
Quelle: PC Games
Für den Spieler ist immer sofort ersichtlich, was die Gegner für Angriffe planen und welche Auswirkungen die eigenen Aktionen haben werden.
Um diese Mechanik taktisch sinnvoll nutzen zu können, zeigt das Spiel stets an, wohin sich der nächste Angriff jedes Gegners richten wird und wie viel Schaden er dabei anrichtet. Dadurch entsteht eine unheimlich motivierende taktische Tiefe. Statt sich einfach nur darauf zu konzentrieren, dem Feind so viel Schaden wie möglich zuzufügen, tüftelt man Strategien aus, wie man die maximal drei Angriffe der eigenen Truppe pro Runde nutzen kann, um die Gegner so zu verschieben, dass ihre Angriffe nicht mehr auf ein Ziel sondern ins Leere laufen. Noch besser ist es freilich, wenn man es sogar so hinbekommt, dass sich die Aliens gegenseitig Schaden zufügen.
Völlig ohne Schäden geht es aber kaum. Vielmehr wird man als Spieler häufig vor die schwierige Entscheidung gestellt, was man zum Wohle des Sieges opfern sollte - Wertvolle Lebenspunkte einer eigenen Einheit, oder doch lieber ein Zivilistengebäude? Nur wer die richtigen Prioritäten setzt, wird Erfolg haben. Dieses System ist einfach zu verstehen, aber sehr schwer zu meistern. Die möglichen Züge und daraus resultierenden Folgen wollen sorgsam abgewogen werden.
Das Tolle an Into the Breach ist dabei, dass jede Aktion klar nachvollziehbar ist. Es gibt keine Zufallskomponenten oder Risiken, von denen der Spieler nichts weiß. Alles passiert genauso, wie es das Spiel darstellt. Habt ihr euch einen Plan zurecht gelegt, könnt ihr auch sicher sein, dass dieser genauso ausgeführt wird.
Quelle: PC Games
Scheitern ist Teil des Spielkonzeptes. Das Spiel motiviert genug, dass man es direkt noch einmal probieren möchte.
Doch allen Planungen zum Trotz werdet ihr irgendwann einen Punkt erreichen, an dem ihr scheitert. Dann heißt es einen neuen Versuch starten. Dafür könnt ihr euren besten Piloten in die nächste Zeitlinie mitnehmen. Außerdem schaltet ihr bis zu acht vorgefertigte Squads mit ganz unterschiedlichen Kampfmaschinen frei. Jede dieser Truppen bietet völlig andere Spielstile und erfordert neue Taktiken von euch. Profis stellen sich eigene Teams aus den freigeschalteten Mechs zusammen und kreieren so ihre eigene ultimative Taktik.
Keine Frage, Into the Breach ist sehr herausfordernd und wird euch immer wieder scheitern lassen. Aber es motiviert auch ungemein, es immer wieder zu versuchen, weil man stets das Gefühl hat, sich verbessern zu können. Selbst die simple Darstellung in Pixel-Optik ordnet sich dem präzisen Gameplay unter und lässt zu keinem Zeitpunkt eine aufwändigere Darstellung vermissen. Für experimentierfreudige Taktiker ist Into the Breach ein wahres Fest.
Jetzt auch für Switch
Ungefähr ein halbes Jahr nach der PC-Version veröffentlichen die Entwickler von Subset Games ihre Taktik-Perle auch für die Nintendo Switch. Damit könnt ihr die Alien-Gefahr für die Erde auch unterwegs bekämpfen. Das Spiel unterscheidet sich dabei von der PC-Fassung lediglich in der Steuerung. Die Handhabung per Controller ist dem Team gut gelungen. Alle Funktionen sind sinnvoll belegt und sollten geübte Konsolen-Spieler vor keine Probleme stellen. Die Touchpad-Funktionalität des Switch-Bildschirms wird nicht unterstützt, was aber auch nicht wirklich nötig ist. Die Performance ist dank der simplen Pixel-Optik weder im stationären als auch im Handheld-Betrieb ein Problem.
Metacritic bewertet das Spiel mit 89%.

Der grafische Stil ist leider überhaupt nicht meins.
Ein Freund hat das Spiel mit dem dritten Anlauf beendet.
Da hat er anscheinend "Glück" gehabt...