Prey (2017) im Test mit Video-Review: Kein Bioshock 4, aber ein faszinierender Science-Fiction-Trip für System Shock-Fans
Das neue Action-Adventure Prey ist da! Test und Video verraten, ob Arkane Studios nach Dishonored 2 einen weiteren Gameplay-Hit abliefert. Wie gut hat uns der Trip auf die von Aliens überrannte Raumstation Talos 1 gefallen? Und was ist mit der PC-Technik?
Als Prey, als Beute für einen überlegenen Jäger - so fühlten wir uns im Test des 2017-Reboots zu Human Heads Alien-Shooter des Öfteren. Das neue Action-Adventure mit dem alten Namen, das nebenbei erwähnt überhaupt nichts mehr mit dem Original-Ballerspiel aus dem Jahr 2006 zu tun hat, schlägt von der ersten Minute an auf den Spieler ein. In der Rolle von Held Morgan Yu wissen wir zu Anfang weder, was genau es mit den Typhon-Aliens, der Raumstation Talos 1 und den Motiven unseres Bruders Alex auf sich hat - noch können wir uns sonderlich gut gegen die aus schwarzer Pampe bestehenden Außerirdischen verteidigen, als diese die Station überrennen. Prey versetzt uns also gleich doppelt in eine benachteiligte Situation: Morgan und damit dem Spieler gehen sowohl Wissen wie Kraft ab, er soll sich schutzlos und isoliert fühlen, ohnmächtig und ängstlich. Das klappt. Es ist aber gleichzeitig auch das größte Problem des Spiels.
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Prey-Review: Stimmungskanone mit alten Versatzstücken
Quelle: PC Games
Die Weltraumausflüge gehören zu den wenigen optischen Höhepunkten von Prey. Im Stationsinneren hält sich die grafische Pracht in Grenzen.
Obgleich die verwendete Cryengine in Prey nicht zur Höchstform aufläuft (vor allem stören einige arg langsam nachladende Texturen in der getesteten PS4-Fassung), inszeniert sie das Geschehen immerhin flüssig; die Bildrate bleibt auf PS4 und Xbox One stabil, die PC-Fassung glänzt mit guter Performance. Zudem macht der gewöhnungsbedürftige, aber markante Grafikstil so manche technische Schwäche in Sachen Detailgrad wieder wett: Dishonored-Spielern dürfen die überzeichneten Figuren und Pastellfarben bekannt vorkommen. Doch Prey spielt im Weltraum der Zukunft: Auf der Raumstation Talos 1 werden Experimente mit sogenannten Neuromods durchgeführt. Die steigern die Leistungsfähigkeit eines normalen Menschen und verleihen ihm schier übernatürliche Kräfte - die Plasmide aus Bioshock lassen grüßen. Derweil erinnert die Station selbst ein wenig an das von Necromorphs heimgesuchte Raumschiff Ishimura aus Dead Space.
Auch wenn einem so manch ein Element der Handlung bekannt vorkommt - Entwickler Arkane geht sogar so weit, eine Video-Technik im Spieluniversum genauso wie das Studio hinter System Shock zu nennen, nämlich "Looking Glass" -, Prey spinnt eine interessante Science-Fiction-Handlung, die einen bis zum Ende bei der Stange hält. Allerdings leidet der Plot darunter, dass nach dem verwirrenden Einstieg erst einmal stundenlange Routinearbeiten wie "Repariere Subsystem X" und "Finde Schlüssel Y" anstehen, bevor zum Schluss noch einmal das Tempo angezogen wird. Außerdem fehlt ein charismatischer/verrückter/Furcht einflößender Gegenspieler, wie man ihn beispielsweise mit der mörderischen KI Shodan aus System Shock kennt. Die Typhon-Aliens selbst können diese Position nur leidlich ausfüllen, ist doch ihr diffuses Design als schwarze Schatten weder sonderlich er- noch abschreckend. Dennoch gelingt es Prey, dank größtenteils gelungener Soundkulisse und einigen wenigen effektiven Schockmomenten, passable Gruselstimmung aufzubauen, besonders zu Beginn. Zu einem ausgewachsenen Horrorspiel mutiert das Action-Adventure dennoch nicht.
Quelle: PC Games
Wer schleicht, verursacht beim Angriff aus der Deckung kritischen Schaden - anders als in Arkanes Dishonored2 gibts aber keine Stealth-Takedowns.
Allerdings ist auch so die Faszination groß beim Erkunden von Talos 1. Aus der Ego-Perspektive durchstreift ihr ein knappes Dutzend großer Levels, die miteinander verbunden sind und in die ihr jederzeit wieder zurückkehren könnt. Im Grunde ist Prey somit ein Open-World-Spiel, besitzt gar Ansätze eines Metroidvanias. Als eine Art Schnellreise zwischen schön gestalteten Gebieten wie der riesigen Lobby oder der begrünten Garten-Glaskuppel dient der Weltraum: Held Morgan kann im Raumanzug durch das Vakuum schweben und sich schnell von einer Luftschleuse zur anderen bewegen. Dabei braucht man Gott sei Dank keine Rücksicht auf den Sauerstoffvorrat nehmen; wer in Prey stirbt, tut dies nicht weil seinem Avatar die Puste ausgeht, sondern vor allem weil ihm die fiesen Gegner von Prey ein Schnippchen geschlagen haben.
Test: Schwachpunkt Kämpfe, PC-Spieler im Vorteil
Prey besitzt vier Schwierigkeitsgrade, diese lassen sich jederzeit wechseln. Und von dieser Möglichkeit machten wir auch reichlich Gebrauch. Denn wenn Prey eine zentrale Schwäche hat, dann ist das die Balance in den Kämpfen gegen Typhons, Roboter und den ein oder anderen Menschen. Wir schämen uns nicht dafür: Einer unserer Tester hat nach den Anfangsstunden den Rest des Spiels auf "Einfach" gespielt, der andere blieb auf der normalen Schwierigkeitsstufe - denn Preys Balance schwankt zwischen "anspruchsvoll", "unfair" und "nervtötend". Der Shooter-Part von Prey ist unterentwickelt, über Kimme und Korn zielen geht nicht, jede Form von Zielhilfe (Auto-Aim) fehlt. Beim winzigen Waffenarsenal haben sich die Arkane-Designer nicht eben mit Ruhm bekleckert; für Schraubenschlüssel, Pistole und Schrotflinte gibt's keinen Innovationspreis. Eine Armbrust mit harmlosen Plastikpfeilen haben wir im ganzen Spielverlauf nicht einmal benutzt (sie soll wohl vor allem zum Weglocken von Gegnern dienen) und die Laserknarre leidet selbst mit verbauten Upgrades unter konstantem Munitionsmangel. Darum hebt man sie sich besser für Notfälle auf!
Quelle: PC Games
Mit bestimmten Granaten betäubt ihr spezielle Gegnertypen für kurze Zeit.
Viel besser gefällt uns da die GLOO-Kanone. Dieses Allzweck-Tool verschießt schnell härtenden Kleber. Der macht zwar keinen Schaden, aber damit bestrichene Widersacher verharren für einige kostbare Augenblicke an Ort und Stelle - so habt ihr Zeit und Muße, den Außerirdischen mit anderen Knarren den Rest zu geben. Das ist umso wichtiger, da die Typhon-Alien wild springen herum springen, sich teleportieren und aus unterschiedlichen Richtungen angreifen - da kann man in der Hektik des Kampfes schon mal schnell den Überblick verlieren. Besonders die Mimics, die sich als unscheinbare Kaffeetassen und ähnliche Level-Objekte tarnen und euch in einem unbeobachteten Moment in den Rücken fallen, sorgten während des Prey-Tests immer wieder laute Flüche der Redakteure. Und zwar nicht nur, weil ihre Überraschungsangriffe die Paranoia des Spielers befeuern ("Stand die Schreibtischlampe nicht eben noch woanders?"), sondern auch weil Mimics und andere Typhons bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad mit ein paar Tentakelhieben massig Schaden an Rüstung und Gesundheitsbalken des Hauptcharakters anrichten - wenn sie nicht gerade durch einen sehr seltenen Bug den Spieler ignorieren oder an einem Level-Objekt festhängen.
Die PC-Version macht im Vergleich zu den Konsolenfassungen vor allem bei den Kämpfen eine bessere Figur, was auch zu unserer Aufwertung führt: Wo es mit dem Gamepad oft schwer fällt, die flinken Mimics zu treffen oder die Phantom-Aliens abzuwehren, die sich in Sekundenschnelle einfach hinter uns teleportieren, gehen die Gefechte per Maus und Tastatur einfach besser, präziser und geschmeidiger von der Hand.
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Über die Namensgebung ist Colantonio heute noch stabil unglücklich. Aber nicht nur über die. Und: Leute entdecken das Spiel weiter heute erst und beißen sich in den Arsch. Als einen der inhaltlich schlimmsten Tests trotz Topwertung empfand ich übrigens den von der Gamestar. Motto: "Bioshock im Weltraum." All das, was das Spiel wirklich ausmachte, die Improvisation, die Möglichkeiten, die wurden entweder als Arbeit oder als Gimmick bezeichnet. Und damit all das, was Bioshock damals mit der Brechstange vermieden hatte, um die Spieler von damals populären Skript-Shootern sowohl mitzunehmen. Als auch nicht zu überfordern.
Schlimm auch deshalb: Im Gegensatz zum langjährigen Trend geht Prey in Teilen sogar MEHR in die Tiefe als seine Vorläufer. Auch, dass sich seit neulich unter den RPGs ein BG3 wieder ernsthaft mit Taktikkampf und Komplexität dezent über Minesweeper an die Öffentlichkeit traut, ist nach wie vor die Ausnahmeerscheinung. Immerhin hatte es hier geklappt, auch mit dem Massenmarkt. Aber Standard-Fantasy zieht dann wohl doch mehr als Aliens -- zumal, wenn diese dann auch noch eher unkonventionell daherkommen. Statt mit mehr Zähnen als der böse Wolf -- oder mit einem von Hans Rudi Giger modellierten Penis als Kopf. :-D Und anders als Arkane/Bethesda wussten Larian ihr Spiel samt Freiheit als Pfund entsprechend zu pitchen: "Bei uns kannst du alles machen. Böse Orks mit Kaffeetassen bewerfen. Einfach fünfzig Kisten stapeln, um an dein Ziel zu kommen. Und im Anschluss mit einem Bär rumvögeln."
Apropos: Alleine die Kaffeetasse in Prey hätte viral gehen können -- und müssen.
Auch das Intro mit dem Appartment und der Test Einrichtung einfach nur lächerlich. Es hätte so schön sein können ein Intro wie in DOOM3 man landet auf einer verlassenen Raumstation aber hier es fühlt sich alles ob Story, Leveldesign und Spielbarkeit (was ja jetzt gepatched wurde) einfach nur künstlich und schlimm an. Ich mag das Spiel überhaupt nicht. Müsste ich eine Wertung abgeben 2 von 5 Sternen wie in Amazon! Nebenbei die Amazon PS4 Version hat nen schönes Steelbook!"
Seit gestern hasse ich Mimiks, jedesmal erschrekce ich mich wenn die auf einmal in ihrer richtigen Form vor einen rumspringen.....
Für mich der Überraschungshit des Jahres, da ich das Spiel vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte...
Ich möchte zwar auch eine Herausforderung haben, aber das Respawn-System + das Alarm-System von System Shock 2 und Bioshock fand ich grausig, sodass ich letztere Spielreihe jeweils immer schön auf leicht gespielt habe, damit ich zumindest die Story genießen kann.
Ist es bei Prey auch so "nervig"?