The Crew Motorfest im Test: Forza auf Hawaii
Ubisoft will es noch einmal wissen: Mit Motorfest geht The Crew in die dritte Runde und biedert sich endgültig den Fans von Forza Horizon an. Wir klären im Test, ob das Rennspiel den großen Konkurrenten einholen kann oder ihm doch nur wieder hinterherfährt.
Das Rennspiel-Genre ist einfach nicht totzukriegen: Egal, ob wir dem Strand des Arcade-Klassikers Out Run (1986) folgen, im futuristischen Wipeout (1995) durch Tunnel und über Bergmassive rasen oder Runde um Runde über den ewig langen Nürburgring von Project Cars heizen (2015) - all diese Spiele leben vom Reiz der Geschwindigkeit. Schließlich dürfen wir uns virtuell beliebig viele Unfälle erlauben, ohne realen Sach- oder gar Personenschaden zu provozieren.
Leider leidet das Genre seit Jahren unter einer bedrückenden Ideenlosigkeit, weshalb sich abseits etablierter Marken wie Gran Turismo (seit 1997) oder Forza Motorsport (seit 2005) kaum noch ein weiteres Rennspiel auf die Bühne traut.
Zu den wenigen Ausnahmen der jüngeren Vergangenheit gehörten The Crew (2014) und The Crew 2 (2018), in denen Ubisoft flotte Autorennen mit einer offenen Spielwelt und einem neumodischen MMO-Konzept kombinierte. Beide Teile wurden für ihre tolle Kulisse sowie einen gigantischen Fuhrpark gelobt und gleichzeitig für ihre sehr Arcade-lastige Steuerung sowie die Always-Online-Pflicht selbst für Solo-Zocker getadelt.
Das neue The Crew Motorfest (jetzt kaufen 22,56 € / 12,85 € ) ist folgerichtig der dritte Streich. Und die Entwickler von Ubisoft Ivory Tower machen endgültig keinen Hehl mehr daraus, welches Vorbild sie sich zur Brust genommen haben: die kunterbunte, 2012 gestartete Racing-Serie Forza Horizon.
Quelle: Ubisoft / Medienagentur plassma
Entsprechend steht euch in Form von Hawaii eine frei zugängliche Insel zum Erkunden zur Verfügung, die mit einem herrlich verzweigten Straßennetz glänzt und zu einem einzigen Rennspielfestival umgebaut wurde.
Sonniger Spielplatz für PS-Freaks
Auch wenn die Spielwelt im Vergleich zu The Crew 2 deutlich geschrumpft ist, gibt es in Motorfest immer noch viel zu entdecken und zu erleben. Schließlich haben die Entwickler sämtliche Inhalte einfach kompakter und dichter nebeneinander platziert.
Im Zentrum stehen die sogenannten Playlists, die jeweils sechs bis neun Events umfassen. Jede dieser Listen ist einem Thema unterstellt - von den neonleuchtenden "Made in Japan"-Kursen über ruppige Motocross-Strecken bis hin zu Bootsrennen am umliegenden Rand der Insel. Zu den Events zählen beispielsweise klassische Wettrennen, in denen insgesamt acht Kontrahenten um den schnellsten Weg zur Zielflagge kämpfen. Mal handelt es sich um einen überschaubaren Rundkurs, den ihr mehrmals durchfahren müsst, mal um eine abgesteckte Wegstrecke, die euch mitten durch die lebendige Szenerie von Hawaii führt.
Des Weiteren stehen euch kleinere Duelle gegen ein bis drei Gegner bevor, sollt ihr möglichst viele Punkte beim Driften sammeln oder in den Drag Racings ein gerades Wegstück mit optimal ausgeführten Gangwechseln meistern.
Quelle: Ubisoft / Medienagentur plassma
Als besonders originell entpuppt sich die Playlist "Vintage Garage", in der ihr alte amerikanische Cadillacs aus den 1960er-Jahren steuert. Diese besitzen nämlich im Gegensatz zu neumodischen Autos kein GPS, sodass ihr einige Events mithilfe von abfotografierten Wegpunkten absolvieren müsst.
Abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad und der finalen Platzierung erhaltet ihr Erfahrungspunkte sowie Geld. Letzteres benötigt ihr primär für die insgesamt über 600 Fahrzeuge von über 50 Herstellern, die die Macher modelliert haben. Von Straßenwagen über Motorräder und Quads bis hin zu Oldtimern, Formel-1- und Rallye-Boliden ist alles dabei, was sich PS-Freaks wünschen.
Ihr könnt eure Wagen zudem optisch etwas tunen, indem ihr beispielsweise die Motorhaube ersetzt oder eine Verzierung auf die Karosserie sprühen lasst. Ungeduldige Naturen geben im Ingame-Shop echte Kohle aus, um sich das eine oder andere Goodie zu leisten. Möchtet ihr hingegen die Performance eines Fahrzeugs verbessern, dann solltet ihr sie mit frischen Bauteilen ausstatten, die ihr wiederum im Rahmen der Events verdient.

Und gerade die Landschaften fand ich spätestens bei Teil 5 einfach nur noch leer und langweilig und das Eventsystem konnte mich auch nicht mehr motivieren. Und Hypercars hat man schon in der ersten Stunden nachgeschmissen bekommen, wodurch man einfach keinerlei Gefühl für Fortschritt und Belohnung hatte.
Wenn The Crew Motorfest irgendwann mal bei Steam verfügbar ist, schaue ich es mir evtl. mal an. Gummiband-KI stört mich bei Arcade-Racern nicht zu sehr, solange sie nicht allzu extrem funktioniert.
Gespannt bin ich aber auch noch auf das neue Test Drive Unlimited Solar Crown. Hab da aber auch ein wenig meine Zweifel, ob man da an die alten Teile anknüpfen kann.